Okt 29 2009
Ein Festmenue mit (bislang) 4 Gängen
Vorspeise
Der Autor Gerhard Henschel berichtet am 8. Mai 2002 in einem gefakten Artikel auf der „wahrheit“-Seite der taz, Bild-Chefredakteur Kai Diekmann habe sich einer Penisvergrößerung unterzogen.
Hauptgericht
Der Bild-Chef klagt auf Unterlassung und 30.000 Euro Schadenersatz/Schmerzensgeld.
Das LG Berlin ( Urteil vom 19.11.2002 27 O 615/02) verbietet die Weiterverbreitung des Artikels, lehnt jedoch den Schadensersatzanpruch ab. Die Kammer spricht dabei die goldenen Worte (gut durchgebraten und auf der Zunge zergehend)
Vor allem aber spricht gegen das Bedürfnis für eine Geldentschädigung, dass der Kläger Chefredakteur der Bild-Zeitung ist.
In der Bild-Zeitung werden – wie der Kammer aus ihrer täglichen Arbeit bekannt ist – häufig persönlichkeitsrechtsverletzende Beiträge veröffentlicht. Oftmals verletzen die Beiträge sogar die Intimsphäre der Betroffenen. Der Kläger ist hierfür in äußerungsrechtlicher Hinsicht verantwortlich. Als Chefredakteur hätte er ohne weiteres die Möglichkeit, diese Rechtsverletzungen zu unterbinden; eine Rechtsabteilung sowie äußerungsrechtlich versierte Rechtsanwälte stehen ihm – was der Kammer aus ihrer täglichen Arbeit ebenfalls bekannt ist – laufend beratend zur Verfügung.
In manchen Fällen wird der Kläger sogar Initiator der Rechtsverletzungen sein. Durch sein Unterlassen bzw. sein aktives Tun befördert er so nicht nur den Umsatz und die Einnahmen des Verlages der Bild-Zeitung, sondern auch seine persönlichen Einkünfte. Denn diese werden – zumindest auf mittlere Sicht – davon abhängig sein, welche Einnahmen der von ihm geführte Verlag erzielt. Es kann im Übrigen auch kein Zweifel daran bestehen, dass dem Kläger diese Zusammenhänge bewusst sind.
Die Kammer hält dafür, dass derjenige, der – wie der Kläger – bewusst seinen wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsrechtsverletzung anderer sucht, weniger schwer durch die Verletzung seines eigenen Persönlichkeitsrechtes belastet wird. Denn er hat sich mit Wissen und Wollen in das Geschäft der Persönlichkeitsrechtsverletzungen begeben und wird daher – nach allgemeinen Regeln menschlichen Zusammenlebens – davon ausgehen, dass diejenigen Maßstäbe, die er anderen gegenüber anlegt, auch für ihn selbst von Belang sind. Dies gilt vor allem dann, wenn wie vorliegend, der Angriff auf ihn durch die eigene Rechtsverletzung motiviert ist.
So knüpft der angegriffene Artikel an den persönlichkeitsrechtsverletzenden Journalismus des Klägers an (erster und vorletzter Absatz des Artikels) und nimmt genau diesen Journalismus kritisch aufs Korn. Zum Teil zitiert der Artikel sogar Formulierungen aus Beiträgen in der Bild-Zeitung und wendet genau diese gegen den Kläger. Dass der Artikel darüber hinaus oder sogar in erster Linie der Unterhaltung der Leserschaft der taz dient, ändert hieran nichts.
Das Urteil wurde rechtskräftig, da beide Parteien auf Anraten des KG die Berufungen zurücknahmen.
Nachspeise:
Kai Dieckmann ist nun neuerdings selbst blogger (aus Gründen des geistigen Umweltschutzes verzichte ich auf die Verlinkung). Er entblödet sich nicht, den alten, verbotenen Artikel der taz raus zu kramen und im Origiallayout in seinem blog zu veröffentlichen.
Digestif
Jonny – der Robenlose - Eisenberg mahnt nun im Auftrag der taz Diekmann wegen Urheberrechtsverletzung ab, worauf Diekmann Eisenberg als Spaßbremse und Schwellkörper bezeichnet
Ich bin gespannt, ob die Beteigten noch einen
Espresso
nehmen.
6 Kommentare



a>

http://www.titanic-magazin.de/news.html?&tx_ttnewspointer=1&tx_ttnewstt_news=3247&tx_ttnewsbackPid=3&cHash=bd1c31a959
Sakra!
die links funktionieren nicht. Ich habe selbst bei titanic nachgeschaut, ich weiss nicht, welchen Artikel Sie dort meinen
Ballmann
ups
jetzt habe ich aus Versehen 2 andere Kommentare gelöscht
Sorry
Jetzt weiß ich wieder.
http://74.125.77.132/search?q=cache:Cy6Hh_Xt_V4J:www.titanic-magazin.de/rss.3247
Tja, eine ungare Zutat in dem Festmahl, und die Verdauung legt den Rückwärtsgang ein.
Ist denn bereits erwiesen, dass Kai Diekmann einen Penis hat, der sich vergrößern ließe?
[...] Teilnehmer des Festmenues haben den von mir erwarteten Espresso ausgelassen und sich statt [...]